Experten warnen davor, sich allein auf die staatliche Altersvorsorge zu verlassen, denn diese stellt keine Garantie für Erträge dar. Die immer weiter aufklaffende Rentenlücke schwebt drohend über den Verbrauchern. Viele fühlen sich von den diversen Möglichkeiten der Altersvorsorge überfordert und sind unsicher, welche Optionen die besten Voraussetzungen schaffen, im Alter abgesichert zu sein. Zwischen Riester- und Rürup-Rente, der betrieblichen und der privaten Altersvorsorge fällt es vielen schwer, eine rationale Entscheidung für ihr späteres Leben zu treffen.
Laut einer Studie des Deutschen Instituts für Altersvorsorge, welche in Kooperation mit dem Fintech Mypension und der V.E.R.S. Leipzig GmbH veröffentlicht wurde, sorgen die verschiedenen Optionen und Abgaben dafür, dass sich die Verbraucher vorkommen, als seien sie in einem „undurchdringlichen Förderdschungel“. Die Studie verdeutlicht, dass die Verbraucher große Schwierigkeiten haben, zwischen den diversen Angeboten der Altersvorsorge abzuwägen, da verschiedene Kostenausweise die Entscheidung verkomplizieren. Zudem sind die unterschiedlichen Möglichkeiten aufgrund ihrer Förderung, Transparenz, Förderberechtigung und ähnlicher Faktoren wie der Renditechancen und Flexibilität nur schwer vergleichbar. Da die Verbraucher selbst nicht durchschauen, welche Produkte rentabel sind und die staatliche Altersvorsorge keine Renditen garantieren kann, fällt die Entscheidung schwer. Lediglich für eine Bevölkerungsgruppe gibt es eine klare Empfehlung, welcher Weg als einziger sinnvoll ist: Geringverdiener, welche eine Familie zu versorgen haben, sollten Experten zufolge wegen der hohen staatlichen Förderung auf Riester-Produkte zurückgreifen.
Die Autoren der Studie versuchten zudem, den Rentendschungel durchschaubarer zu machen, indem sie fünf Musterfälle vorstellten. Anhand dieser errechneten sie die Nettorente der vielen Rentenprodukte bei gleichem Einkommen, um die Vor- und Nachteile der diversen Optionen zu veranschaulichen. Die geförderte betriebliche Altersvorsorge kam dabei besonders schlecht weg, da den Experten zufolge dort hohe Abgaben im Alter entstehen, welche für Renteneinbuße sorgen. Die private Rentenversicherung stellte sich allerdings als effizient heraus, da dort keine Einengung der Investmentprodukte vorliegt und die Erträge somit nicht verringert werden. Die Autoren der Studie hoffen, mit ihren Einsichten einen Eindruck auf die Politik zu machen. Da die jetzige Regierung an der Reform der Altersvorsorge gescheitert ist, weil sich die Große Koalition aus SPD und Union nicht einigen konnte, fällt diese Aufgabe der neuen Regierung zu, welche die Resultate der Studie den Autoren zufolge hoffentlich beachten wird.



